Fritzbox 7490 hinter LANCOM R883VAW

Sowohl die Fritzbox, als auch der Lancom können alleine am DSL Anschluss betrieben werden, beide haben jeweils ein DSL Modem integriert. In meinem Fall nutze ich den Lancom für den Internetzugang und betreibe ihn direkt am DSL-Anschluss. Die Fritzbox nutze ich nur für Telefonie (ISDN, DECT, IP-Telefone), Anrufbeantworter, Telefonbuch und Smart Home mit Fritz!DECT200.

Quelle: www.avm.de

Fritzbox 7490

Quelle: www.lancom-systems.de

Lancom R883VAW

Bei der Konfiguration ist allerdings das ein oder andere zu beachten.
Der Lancom wird am einfachsten über das Programm LANConfig konfiguriert, welches auf der Homepage von Lancom herunter geladen werden kann. Link
Die Fritzbox kann leicht über die WebGUI im Browser konfiguriert werden.

Starten wir mit dem Lancom. Über den Wizard kann ich zunächst den Internet-Zugang einrichten. Ich nutze einen Telekom Anschluss, der mir IPv4 und IPv6 zur Verfügung stellt. Die Telefonie habe ich im Lancom nicht eingerichtet, da dies bei mir die Fritzbox übernimmt.

In der Fritzbox starte ich mit einrichtung des Internetzugang, der ja in diesem Fall über den Lancom zur Verfügung gestellt wird. Die Fritzbox wird mit LAN1 an einen LAN Port des Lancom angeschlossen. Die Konfiguration wird hier erklärt. Ich nutze die Funktion “IP-Adresse automatisch über DHCP beziehen”, damit der Lancom die Adresse vergibt.
Danach richte ich über den Assistenten die Telefonie in der Fritzbox ein und nutze als Provider die Telekom. Sobald alle Rufnummern registriert sind und auf grün stehen muss ich noch unter “Anschlusseinstellungen” folgende Option “Portweiterleitung des Internet-Routers für Telefonie aktiv halten” auf 30 Sekunden stellen, damit die Fritzbox den Port 5060 offen hält.

Im Lancom habe ich noch folgende Einstellungen vorgenommen, damit alles gut funktioniert.
Der Lancom hat bei mir die IP 10.0.1.1, der Fritzbox wollte ich über DHCP die 10.0.1.2 geben. Dies stellt man über LANConfig -> Konfiguration ->IPv4 -> BOOTP -> Stationen -> hier trägt man die MAC Adresse der Fritzbox ein und die IP-Adresse, die man haben möchte. Daneben habe ich noch andere Clients, die eine vorgegebene IP-Adresse bekommen sollen.

BOOTP – LANCOM – Quelle: LANCOM LANconfig

Danach habe ich noch einige QoS Regeln eingestellt, damit VoIP immer genügend Bandbreite hat. Dazu gibt es hier eine Anleitung.

Damit die interne Url: fritz.box weiterhin funktioniert, muss dies auch im Lancom eingetragen werden. LANConfig -> Konfiguration -> IPv4 -> DNS -> Stations-Namen, hier wird fritz.box und die IP-Adresse eingetragen:

DNS – LANCOM – Quelle: LANCOM LANconfig

Danach habe ich noch die Zeit eingestellt, wie lange der LANCOM die Ports offen hält. Die Fritzbox sende ja alle 30 Sekunden einen keep alive, aber der LANCOM macht standardmäßig den Port schon nach 20 Sekunden wieder zu. D.h. man wäre immer für 10 Sekunden telefonisch nicht erreichbar. Alternativ kann man auch den Port statisch weiterleiten und dauerhaft öffnen, hierbei sollte man aber nur den einen Telekom-Server eintragen, der auf den Port zugreifen. Ändert sich die IP des Servers funktioniert es nicht mehr.

Die Zeitdauer für das offen lassen des Ports kann hier eingestellt werden. LANConfig -> Konfiguration -> IP-Router -> Maskierung Ich habe UDP-Aging auf 30 Sekunden gestellt.

Maskierung – LANCOM – Quelle: LANCOM LANconfig

Fertig! Danach sollte die Telefonie und Internet problemlos funktionieren.

Hinzugefügt am 3.10.2017:
Beiträge zum selben Thema:
Fritzbox 7490 hinter LANCOM R883VAW via VCM oder Fritzbox 7490 hinter LANCOM R883VAW via ISDN

8 Antworten auf „Fritzbox 7490 hinter LANCOM R883VAW“

  1. Ich war etwas blind, sorry. Habe die Zugangsdaten gefunden, dort wo sie auch hingehören.
    Ich habe nun schon etwas getestet. Funktioniert prinzipiell ganz gut, obwohl ich einige Einstellungen wie UDP Aging noch nicht eingestellt habe. Über DHCP wollte die Fritzbox irgendwie keine IP Adresse bekommen. Ich habe ihr dann eine gegeben, d.h. in der Fritzbox eingetragen. Mittwoch geht es weiter…

    1. Hört sich gut an, das mit der IP-Adresse ist aber eigentlich nicht schlimm, bei der festen IP kannst du auch sicher sein, das es immer die selbe ist. Das UDP Aging musst du glaub ich auch hochsetzen. Du kannst ja mal prüfen, ob du nach einigen Minuten noch von extern angerufen werden kannst, wenn ja ist alles gut. Viel Erfolg

  2. Die Anleitung ist sehr verständlich, dafür danke! Mich wundert es nur immer wieder, dass die Beschreibungen zu Lancom – Fritzbox IP Telefonie , nicht den Weg aufzeigt, den Telekom / Lancom in Ihrer Bewerbung des Lancom Kund tun.
    Lancom anschließen, Einrichten, vorhandene ISDN Telefonanlage anhängen fertig.
    Zum Verständnis: Die Fritzbox war ISDN Telefonanlage und soll es unverändert bleiben.
    Somit würden die MSN Registrierungen etc im Lancom für den S0-Buss erfolgen, für die Fritzbox ist der S0-Bus der Lancom der ISDN ANschluß.
    Welche der beiden Szenarien hat Vor- und Nachteile? Ist da etwas bekannt?

    1. Hi Christian,
      du hast recht es gibt mehrere Szenarien. Das schnellste und einfachste ist sicherlich der Weiterbetrieb im ISDN Mode, dann muss ich nur im Lancom etwas konfigurieren und das alte Gerät an die ISDN-Ports anschließen.
      Ich persönlich finde aber, das dieses Szenario nur Sinnvoll ist, wenn du eine ISDN-TK-Anlagen hast, die noch gar kein IP kann.
      Ich habe mir gedacht, ok, die Fritzbox kann IP und dann versuche ich das auch einzurichten.
      Es gibt auch noch ein weiteres Szenario, du kannst auch die Fritzbox Rufnummern im VCM des Lancom registrieren und der Lancom meldet die Rufnummern an der Telekom Plattform an.
      Vorteil vom ersten Szenario ist sicherlich, das es schnell geht und wenig Fehleranfällig ist.
      Nachteil, du bist durch die S0-Schnittstelle reduziert auf jeweils 2 Sprachkanäle.
      Vorteil von Szenario 2 und 3, alles ist auf IP bzw. neue Hardware kann z.T. nur noch IP
      Nachteil IP macht manchmal noch Probleme, gerade im Hinblick auf Firewall etc.
      Ich hoffe das hilft.
      Viele Grüsse
      Andy

      1. Hi Andy,
        ich hatte eigentlich vor, die Rufnummern im Lancom zu registrieren. Dann würde u.a. die Konfiguration von QoS entfallen, oder?
        Was sind die Vor- und Nachteile der Registrierung im Lancom vs. der Registrierung in der Fritzbox?
        Die Fritzbox soll Telefon (schnurlos), Fax (a/b Anschluss), AB (intern Fritzbox) und WLAN (nur Internet) übernehmen. Das Netz soll separat sein von den anderen Netzen des Lancom (eigener Port).
        Grüße, Joe.

        1. Hi Joe,
          klar, du kannst die Rufnummern auch im VCM des Lancom registrieren und dort SIP-Benutzer anlegen. Die Fritzbox registrierst du dann mit jeder Nummer an einem der SIP-Benutzer im Lancom. Qos macht dann der Lancom automatisch. Vorteil ist sicherlich das mit dem Qos und vielleicht auch das du keine Probleme mit Port öffnen in der Firewall hast. Nachteil hatte ich bei mir gesehen, das ab und zu der Fehler kam, das die Gegenstelle nicht kompatibel sei (im Lancom Log). Habe das aber nicht lange genug getestet um zu sagen, ob es an meiner Konfiguration lag. Probier es einfach mal aus. Nach ein paar Tagen siehst du ja, ob es gut läuft. Es ist sicherlich die sauberste Lösung. Viele Grüsse Andy

          1. Danke! Probiere ich aus. Es muss leider aber erstmal laufen, da der Anschluss geschäftlich genutzt wird. Testen geht daher eher am Wochenende. Aber ich probiere es mal heute Abend oder Mittwochabend.
            Zu morgen wird ein neuer Anschluss geschaltet. D.h. alter abgeschaltet, neuer ein. Beides Telekom. Wegen Inhaberwechsel gibt es neue Zugangsdaten. Leider finde ich die im Lancom nicht, sondern nur Optionen, neue Zugangsdaten einzugeben. Finde ich irgendwo über Lanconfig oder das Webinterface die Felder, wo ich einfsch nur die neuen Zugangsdaten eingeben kann?

            Grüße, Joe.

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