Telefonieren über einen IP-Anschluss

Alle neuen Telefonanschlüsse sind heute IP-basiert. d.h. es wird nicht mehr die klassische ISDN oder analog Vermittlungstechnik genutzt, sondern das Internet Protokoll. Ich erhalten i.d.R. einen Double Play Anschluss, wo Telefon und Internet kombiniert sind. Der DSL Anschluss stellt die Internetverbindung bzw. die Verbindung zum Provider her und darüber registriere ich meine Telefonnummern mit einem entsprechenden Endgerät. Aber welche Endgeräte kann ich nehmen und was mache ich mit meinen alten Endgeräten?

Folgende Geräte bzw. Funktionen benötigt man für den Betrieb an einem IP-Anschluss (erstmal egal, ob es mehrere Geräte oder ein Kombigerät ist):

  • DSL Modem: Je nachdem welchen DSL Anschluss man bekommt, in Abhängigkeit vom Ausbau des Standortes gilt es zu unterscheiden nach ADSL2+ (16.000er), VDSL (50.000er), Vectoring VDSL (100.000er) später auch Supervectoring (>100.000er).
    Alternativ dazu gibt es auch FTTH Anschlüsse mit bis zu 200 Mbit/s, hier wird i.d.R. ein Glasfasermodem mitgeliefert.
  • Router: Gerät, welches die PPPoE Verbindung zum Provider (Internet) aufbaut und die Netzwerkgeräte routet inkl. Dhcp Server, Firewall, NAT etc.
  • Firewall: zum Schutz des Datenverkehrs kann eine eigene Firewall eingesetzt werden. Diese prüft und verwaltet den Verkehr vom WAN zum LAN und vom LAN zum WAN.
  • WLAN: Integriert oder als eigener Access Point sollte auch mit bedacht werden auch wenn es nicht direkt zur Telefonie gehört. Ist aber sicherlich wichtig.
  • Variante 1:
    • VoIP-Gateway: Dort wird der Telefondienst registriert und die Rufnummern verwaltet. i.d.R. hat das Gateway S0 oder analoge Schnittstellen, zu Anbindung von vorhandenen bzw. alten Endgeräten wie Telefone oder Telefonanlagen.
    • ISDN-Telefonanlage: In Verbindung mit dem VoIP-Gateway kann die alten ISDN bzw. analog Telefonanlage weitergenutzt werden wie vorher, da das Gateway den alten Anschluss simuliert. Die Telefone an der Telefonanlage bleiben unverändert bestehen.
    • ISDN TK-Anlage über IP-Gateway
  • Variante 2:
    • Session Border Controller: Wird in Verbindung mit einer IP-Telefonanlage genutzt und trennt das interne Netz vom öffentlichen Netz im Bezug auf Voice over IP. Die Telefonanlage hat keinen direkten Internetzugang, sondern kommuniziert mit dem SBC. Dieser wiederum registriert die Telefonnummern und bietet erhöhte Sicherheit.
    • IP-Telefonanlage: Die Telefonanlage unterstützt schon das IP-Protokoll und kann über VoIP telefonieren. Aktuelle Telefonanlage können das i.d.R. alle.
    • IP-TK-Anlage mit SBC
  • Variante 3:
    • IP-Telefonanlage: ohne den Einsatz eines SBC. Hier müssen entsprechende Ports im Router offen gehalten werden bzw. ein SIP-ALG genutzt werden.
    • Direkte Anschaltung einer IP-TK-Anlage

In vielen Fällen reicht es eine oder mehrere Komponenten auszutauschen oder hinzu zufügen. Alternativ kann man aber auch ein Gerät nehmen, welches alle oben genannten Funktionen beherrscht. Diverse Angebote gibt es auf dem Markt. Für den Hausgebrauch reicht sicherlich auch ein Gerät für alles. Im Büro bzw. bei grösseren Firmen sollten die einzelnen Komponenten schon bewusst gewählt werden.

Fazit:
Bei vorhandener alter Hardware bietet sich entweder der Austausch von allem an, oder der Einsatz eines Gateways.

Bei Hardware, die schon IP spricht genügt oft ein Softwareupdate um den Anschluss des jeweiligen Providers zu unterstützen.

Neu bei VoIP ist sicherlich der Einsatz eines SBCs, welches es bislang bei ISDN nicht gab aber ein mehr an Sicherheit bietet.

Generell sollte immer nur Hardware eingesetzt werden die vom Provider auf Kompatibilität getestet und freigegeben ist. Darüber hinaus sollte immer die neuste Firmware installiert sein.

Beispiele für Endgeräte:

  • All in One Geräte: Fritzbox 7590, Lancom R883VAW oder Digitalisierungsbox
  • Firewall: Watchguard Firebox
  • ISDN-Gateway: Zyxel GW400
  • SBC: Audiocodes MSBR oder E-SBC
  • IP-Telefonanlage: Unify OpenScape Business

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